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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

WI sau werden aufgespürt 
Man spricht darüber 
Nun sprießt es längst wieder 
aus allen Zweigen, und die Natur 
kann es sich ja auch erlauben, 
das ganz unverblümt in Szene zu 
setzen. Wenn uns dagegen jemand 
„unverblümt" die Wahrheit sagt, 
sieht die Sache schon anders aus: 
„Ich habe die Floskeln satt", heißt 
es dann wohl — und „flosculus" 
bedeutete schon bei den alten Rö- 
mern nic hts anderes als „Rede- 
blume". Da das aber von jeher 
leicht ins Auge ging, drückte man 
sich nachweislich bereits im Mit- 
telhochdeutschen lieber „ver- 
Durch die Blume 
blümt" aus. Jedoch „durch die 
Blume gesagt", das läßt sich hö- 
ren, und die Kunst der Diploma- 
tie besteht ja gerade darin, damit 
auf elegante Weise und ohne zu 
verletzen an den Mann zu brin- 
gen, was man eigentlich im Grun- 
de unverblümt meint. 
Freilich, man muß schon das 
Gras wachsen höre n, um dafür 
das erforderliche Fingerspitzenge- 
fühl mitzubringen. übrigens wur- 
de das bereits dem germanischen 
Götterwächter Heimdall nachge- 
rühmt, von dem es in der „Edda" 
heißt: „Er kann auch hören, daß 
das 
Gras auf der Erde und die 
Wolle auf den Schafen wächst." 
Doch darüber ist längst „Gras ge- 
wachsen". 
„Auch Unkra ut ist grün" , sa- 
gen sich die Philosophen unter 
den Hobbygärtnern, wobei sie 
sich freilich nicht selten schwer 
„in die Nesseln setzen". Denn 
wenn sich erst der Löwenzahn 
breit gemacht hat, ist ihr Engli- 
scher Rasen „keinen Pappenstiel" 
mehr wert". Und das ist wörtlich 
zu nehmen: „pappus" ist die la- 
teinische Bez eic hnung für den 
wertlosen Löwenzahnstiel. „Nicht 
die 
leeren 
Bohne wert" gleich dem 
Bohnengeranke, eine Redensart, 
die schon von Gottfried v. Straß- 
burg im „Tristan" belegt ist: „Sie 
hätten für ein besseres Leben 
nicht eine Bohne gegeben". „So 
dumm wie Bohnenstroh", wer 
daran 
zweifelt! 
sAuf 
Zweig kom- 
einen grünen 
nicht. 
men" läßt sich damit gewiß 
Und das war von jeher das Los 
der Zukurzgekommenen, der Ar- 
men: Wie sollten sie sich auch ein 
eigenes Grundstück erstehen kön- 
nen, 
das nach altem Brauch für 
den neuen Besitzer mit einem grü- 
nen Zweig abgesteckt wur de? 
Doch wenn sich zu Johanni erst 
zur Zeit der Sonnenwende die 
Blätter drehen — nämlich um 
den Regen besser durchzulassen 
—, liegt die Wende des Jahres und 
vielleicht 
auch manches Ungemach 
vor der Tür: „Das Blatt hat sich 
gewendet", lautet die davon ab- 
geleitete Redensart. „Nicht gut 
Kirschen essen" war und ist lei- 
der 
trotzdem mit vielen Zeitge- 
nossen auch weiterhin, g etreu der 
Straßburger Spruchsammlung 
von 
anno 1621: „Mit Herren ist nit gut 
Kirschen essen, / wenn sie die 
besten hart gefressen, / so werfen 
sie mit Stielen dich! / Viel lieber 
will sie kaufen ich!" 
0 Jahre Harmonie 
Florian Hinterfür 
usik 
Festkonzert in Walde. Arlberg ein Erfolg 
Mit einem Festkonzert beging die 
Harmoniemusik Wald a. A. ihr 20- 
jähriges Bestandsjubiläum, das von 
vielen Gästen und Freunden der 
Blasmusik besucht wurde. Sie füllten 
den geräumigen Speisesaal und die 
Wirtststube „Spullersee" bis auf den 
letzten Platz. 
Die Einleitung erfolgte durch den 
Marsch 
„0 du mein Österreich", 
worauf Obmann K. Berthold Gäste 
und Ehrengäste herzlich begrüßte. 
Es folgte sod ann die ausgezeichnet 
vorgetragene Suite in 4 Sät zen „In- 
dian Summer", die kleine Ouvertüre 
„Erinnerungen an Karibien", ferner 
eine Melodienfolge „Russisches Tage- 
buch". Hierauf vermittelte Volks- 
schuldirektor Wolfgang Fritz von 
Wald einen umfassenden und vor- 
züglich gestalteten Rückblick auf 20 
Jahre Harmoniemusik Wald, ausge- 
hend von einem langgehegten 
Wunsch der Ortsbevölkerung, in 
Wald eine eigene Musikkapelle zu 
haben. Der Festredner erinnerte 
daran, daß in den Nachtstunden vorn 
15. auf den 16. Juli 1954 sich im 
Bahnhofsgebäude in Wald fünf Män- 
ner zusammenfanden und entschlos- 
sen waren, einen Musikverein mit 
dem Namen „Harmoniemusik Wald" 
zu gründen. Einen entscheidenden 
Anteil an die ser Gründung hatte der 
damalige Bahnhofsvorstand Her- 
mann Mathies, den der Tod vor Jah- 
ren abberufen hatte. In gekonnter 
Weise entwarf der Redner ein Bild, 
angefangen von der Gründungs- 
versammlung im heutigen Probelokal 
im Schulhaus auf Maschol und von 
den anschließenden Proben; an de- 
schen beteiligten, und daß von den 
12304 nen sich bald 40 Männer und Bur- Fest auszurichten. 
Gründern derzeit noch 6 aktive Mit- 
glieder der HM Wald angehören. Es 
war damals eine harte und aufopfe- 
rungsvolle Arbeit für den 1. Kapell- 
meister Edmund Drißner. 
Nach den Ehrungen, die dem Mit- 
begründer und 1. Kapellmeister Ed- 
mund Drißner, in Würdigung seiner 
Verdienste, mit der Ernennung zum 
Ehrenkapellmeister, sowie dem der- 
zeitigen Dirigenten Walter Mark für 
zehnjährige Stabführung und dem 
verdienstvollen Kassier und Schrift- 
führer Alwin Margreitter, ebenfalls 
für zehnjährige Tätigkeit, mit der 
Verleihung einer Ehrenurkunde zu- 
teil wurde, beglückwünschte Bürger- 
meister Fritz im Namen der Ge- 
meinde den Jubelverein und dankte 
den Mitgliedern für ihre bis her er- 
brachten Leistungen, die nur durch 
kameradschaftliche Zusammenarbeit 
zustande kommen konnten. Bez.-Ob- 
mann Berchtl überbrachte die Grüße 
und Glückwünsche des Vorarlberger 
Harmoniebundes und erwähnte, daß 
die HM Wald aufgrund ihres Kön- 
nens bereits weit über die heimat- 
lichen Grenzen hinaus bekannt und 
beliebt ist. Mit einem Marsch wurde 
der erste Teil dieses Konzertabends 
beendet und nach einer Pause die 
weitere Programmfolge fortgesetzt, 
die unter den Gästen mit Begeiste- 
rung aufgenommen wurde. Zum Ab- 
schluß dieser Festveranstaltung 
sprach Fraktionsvorsteher Josef 
Margreitter im Namen der Ortsbevöl- 
kerung von Wald herzliche Dankes- 
worte an alle jene Personen, die 
stets tatkräftig mitgeholfen haben, 
wenn es darum ging, in Wald ein 
Dienstag, 7. Mai 1974 
	rk. 
Seite 7 
Seit gestern in Bregenz unterwegs: 
er r Igen e ,Essenstisch` 
(VN) Die Stadt Bregenz hat ge- 
stern mit dem Versuch begonnen, 
durch einen „rollenden Essenstisch" 
ältere Mitbürger mit ausreichenden 
Mahlzeiten zu versorgen. Vorerst 
werden 20 Personen betreut, wobei 
jedoch daran gedacht ist, dieses 
Jssetz" noch erheblich auszuweiten 
und auch auf nur vorübergehend in 
Schwierigkeiten (Krankheit usw.) ge- 
kommene Mitbürger auszudehnen. 
Dem Einsatz des „rollenden Es- 
senstischs" waren umfangreiche Stu- 
dien in Graz, Linz, Innsbruck, Frank- 
furt usw. vorau sge gang en, wo sich 
diese Einrichtung bestens bewährt 
weise vor 
hat. 
In 
Innsbruck wurde beispiels- 
knapp 3 Jahren mit 30 zu 
versorgenden Personen begonnen, 
heute erhalten 
berei ts rund 400 
Innsbruckerinnen und Innsbrucker 
eine tägliche Mahlzeit auf diese 
Weise. 
Wie StR 
Erwin Ruez und Frau 
Marianne 
Strauß vorn Fürsorgeamt 
bei 
der Vorstellung des „rollenden 
Essenstisches" betonten, gehe es da- 
bei nicht nur darum, älteren und 
bedürftigen Mitbürgern das Mittag- 
essen zu erleichtern. „Dadurch kön- 
nen viele ältere Mitbürger, die sonst 
keine ande re Wahl hätten als in ein 
Heim zu 
gehen, doch noch zu Hause 
in ihrer vertrauten Umgebung blei- 
    
Erste Bohrungen im Raum Nüziders—Tschalenga 
Frau Marianne Strauß vom Fürsorgeamt und StR Erwin Ruez ließen es sich nicht nehmen, die ersten Warm- 
haltekisten selbst im VW-Bu s zu verstauen (Bild rechts). Familienhelferin Elisabeth Sohm (am Steuer) wird 
vorerst 20 ältere Bregenzerinnen und Bregenzer mit dem „rollenden Essenstisch" versorgen. Verständliche 
Gran 
Freude gab es überall, wo der Mittagstisch gestern erstmals auf diese Art und Weise ge deckt wurde . 
wassenvorkommen im 
(VLK) Für die Raumplanung und 
die wasserwirtschaftliche Planung ist 
die Erkundung der Grundwasserver- 
hältnisse dringend notwendig. Das 
geophysikalische Institut der Mon- 
 will 
demnächst mit Erkundungen 
der Grundwasservorkommen für den 
seit 1969 beim Bundesministerium 
für Land- und Forstwirtschaft be- 
stehenden Wasserwirtschaftskataster 
tanistischen Hochschule in Leoben beginnen. Bei der angewandten Me- 
thode werden in Quer- und Längs- 
profilen in Abständen von ca. 200 
Metern in rund 2 m tiefen Bohr- 
löchern Sprengladungen zur Deto- 
nation gebracht. Aus der Geschwin- 
digkeit, mit 
der die Erschütterungs- 
wellen die einzelnen Schichten des 
Untergrundes durchlaufen, können 
die Untergrundverhältnisse in der 
Tiefe, insbesondere die Ausdeh- 
nung des Grundwasserbeckens, er- 
mittelt werden. 
	Wasserwirtschaftskataster 
müssen unter Bedachtnahme auf die 
wesentlichen Nutzungen und Ent- 
wicklungsmöglichkeiten auch zu- 
sammenhängende Angaben über den 
Grundwasserhaushalt aufgenommen 
werden. 
Das Land Vorarlberg hat an die- 
ser Grundlagenbeschaffung größtes 
Interesse und bekundet dies durch 
die Übernahme der Kost en für die 
Hilfsarbeiten und pventuellen Flur- 
schäden. 
Da keine schweren Fahrzeuge 
eingesetzt und die Sprengungen 
sehr sorgfältig (mit Abdeckung) 
durchgeführt werden, ist zu erwar- 
ten, daß sich die Schäden in gerin- 
gen Grenzen halten. 
Die Walgau-Gemeinden Bludesch, 
Nenzing, Thüringen, Ludesch und 
Nüziders wurden nun von seiten 
des Landeswasserbauamtes Bregenz 
unter Hinweis auf die Bedeutung 
der künftigen Versorgung der er- 
wähnten Gemeinden mit Trink-- und 
Nutzwasser gebeten, den Organen 
dieser 
Dienststelle bei den Erkun- 
dungsarbeiten, insbesondere 
aber bei 
den Verhandlungen 
mit den Grund- 
besitzern sowie bei der 
Schadens- 
feststellung beizustehen. Die ers ten 
Bohrlöcher werden demnächst im 
Raume Nüziders—Tschalenga ge- 
graben werden. 
Im Laufe des Som- 
mers sollen die Arbeiten dann bis 
in die Räume 
Gais und Nenzi ng 
fortgesetzt werden. 
Arzthonorare und Spitalkosten 
im Ausland höher. 
Die Brieftasche ist wohlgefüllt mit 
Dinar, Peseten oder — sei's drum — 
Lire. Denn einmal 
im Jahr will man 
es sich ein paar Wochen „richtig 
gutgehen lassen". Im Urlaubsort 
kann es aber dann durchaus passie- 
ren, daß es 
einem nicht gut geht. 
Und ausgerechnet deshalb, weil man 
es sich eben gutgehen ließ. Ein 
schmerzhafter Sonnenbrand oder 
eine ausgiebige Portion Cevapelci 
mit ein paar Gläschen Dingac dazu 
können bereits Grund genug sein, 
einen Arzt aufsuchen zu müssen. Und 
staunend erlebt man dann, wie 
schnell sich die wohlgefüllte Brief- 
tasche leert. Wenn der Inhalt über- 
haupt ausreicht ... 
Erkrankungen im Ausland, die eine 
ärztliche Behandlung oder einen Spi- 
talsaufenthalt zur Folge haben, ver- 
ursachen in der Regel hohe Kosten. 
Verschiedene Krankenkassen haben 
zwar mit einigen Staaten Verträge 
abgeschlossen, wo der Urlaubskran- 
kenschein Gültigkeit besitzt. In zahl- 
reichen Ländern muß jedoch der 
Pflichtversicherte nach wie vor die 
Rechnungen aus eigener Tasche be- 
gleichen, um sie zuhause wieder re- 
fundiert zu bekommen. Der große 
Haken dabei: Es wird nur Ersatz bis 
ben. Fräulein Sohm, die den ‚rollen- 
zum Höchstsatz des heimischen Ver- 
den Essenstisch' betreut, hat dabei 
hi nlängl ich Gelegenheit, den von ihr 
mit Mittagessen versorgten Personen 
auch darüber hinaus zu helfen. Als 
Familienhelferin kann sie nicht nur 
feststellen, wo Not am Mann ist, sie 
hat auch die Möglichkeit und die 
Kenntnisse, in einem solchen Fall 
rasch zu helfen", wie Stadtrat Erwin 
Ruez dazu erklärte. 
VW-Bus, Warmhaltekisten usw. 
erforderten Investitionen von rund 
150.000 S, von denen ein Teil — 
ebenso wie von den Betriebskosten 
— im Wege von Sozialhilfebeiträgen 
vorn Land rückerstattet werden soll. 
Vertreter der beteiligten Institu- 
tionen (Sozialausschuß, Fürsorgeamt, 
Spital, das das Essen ste llt) beton- 
ten, daß die Einrichtung des „rollen- 
den Essenstisches" keineswegs mit 
anderen Einrichtungen konkurrieren 
soll. „Die Planungen für ein zweites 
Altersheim werden dadurch keines- 
wegs beeinträchtigt, der ,rollende 
Essenstisch` soll vielmehr eine Ent- 
lastung von Altersheim und Spital 
bringen", meinte StR Ruez. 
Ein totes Kind 
vielleicht gerade 2-3 Jahre alt — 
ein Schicksalsschlag von besonderer 
Härte. Ein Kind vielleicht, das gar 
nicht ge boren w orden wäre, hätte 
man damals die Mögli chke it gehabt, 
etwas dage gen zu tun. — Jetzt ist 
der Tod unermeßlich schmerzvoll, 
jetzt, da man das Geschöpf kennen 
und lieben gelernt hatte. Damals 
wäre es ein kleines Verzichten gewe- 
sen, aus Bequemlichkeit, aus Platz- 
oder Zeitmangel oder aber aus Not. 
— Solche Fälle gibt es, viele gottsei- 
dank, wo das Kind lebt, glücklich 
und umsor gt. — Helfen Sie uns des- 
halb, Mütter, die in Not geraten sind 
und Hilfe brauchen, ausfindig zu ma- 
chen, damit wir mit Rat und Tat bei- 
stehen können. H elfen Sie uns, ein 
gefährdetes, wehrloses Geschöpf an 
Gottes Sonne zu bringen, durch Ihre 
Mitarbeit und Ihre finanzielle Unter- 
stützung! 
Beratungs- und Hilfsstellen der Ca- 
ritas zum Schutze der Ungeborenen, 
6800 Feldkirch, Vorstadt 36, Konto- 
Nr. 86-28. 000 Creditanstalt Feldkirch. 
sicherungsträgers geleistet. Der fi- 
nanzielle Aufwand für eine Behand- 
lung im Ausland liegt aber in der 
Regel wesentlich höher. 
Der einfachste Weg, um sich vor sol- 
chen unerwarteten Ausgaben — wer 
plant sie schon ins Urlaubsbudget 
ein? — schon vor der Abreise zu 
schützen: Hat man sich bei se iner 
zuständigen Krankenkasse über den 
Gültigkeitsbereich des Urlaubskran- 
kenscheines informiert und erfahren, 
daß dieser im Ausland nicht gültig 
ist, soll man auf alle Fälle eine pri- 
vate Krankenversicherung für Aus- 
landsreisen abschließen. 
Die Auslandskrankenversicherung 
kann kurzfristig auf Reisedauer ab- 
geschlossen werden. Ihr normaler 
Gültigkeitsbereich umfa ßt Europa, 
man kann ihn aber gegen einen Prä- 
mienzuschlag auf alle Länder der 
Erde ausdehnen. Die Versicherung 
deckt die Kosten für Arztbehand- 
lung und Spitalsaufenthalte. Der Ab- 
schluß einer Mindestversicherungs- 
summe von S 800 0.— und einer Min- 
destlaufzeit von fünf Tagen ist be- 
reits um S 15.— möglich. 
Der 
kostengünstige Versicherungs- 
schutz für Schmerzen fern der Hei- 
mat ist auch besonders „famillen- 
freundlich": Die Ehegattin und die 
Kinder können gegen eine ermäßigte 
Prämie mitversichert werden... 
Änderung der Fahrtrichtung 
früh genug anzeigen 
Lauterach. Am 
Samstag gegen 11 
Uhr fuhr eine 42 Jahre alte Haus- 
frau mit ihrem Fahrrad auf der 
Bahnhofstraße in nördlicher Richtung 
e ehr,   
Stellungnahme 
Ich danke Ihnen für die sicher 
gutgemeinte Berichterstattung an- 
läßlich meiner Wiederwahl zum Ob- 
mann der Landesgruppe Vorarlberg 
Im der Sektion Journalisten in der Ge- 
werkschaft „Kunst und freie Berufe". 
Vielleicht kann ich den von Kollegen 
Ihrer Zeitung gestellten Wahlvor- 
schlag dahingehend interpretieren, 
daß es uns allen gelungen war, in 
früheren Jahren die Vertreter ideo- 
logisch völlig anders orientierter 
Zeitungen an den Gewerkschafts- 
tisch zu bitten, um kollegial nutz- 
bringende gewerkschaftliche Arbeit 
zu leisten. 
Ich möchte di eses Prinzip bei be- 
halten. Wahlergebnisse zählen nach 
Zahlen, nicht nach „Firmenschil- 
dern". Die Stimme der Kollegen 
zähl t, woher er kommt , ist für die 
Gewerkschaft gleichgültig. Ich darf 
aber — solange ich Obmann dieser 
Landesgruppe der Vorarlberger 
Journalisten bin oder sein darf — 
darauf bestehen, daß erstens über 
Gespräche innerhalb des Vorstandes 
und erst recht innerhalb der Lan- 
desversammlung Berichte mit der 
 und 
„internen Obsorge" erstattet werden, 
bog unmittelbar vor einem 
nachkommenden und bereits zum 
überholen ansetzenden Mopedfahrer 
nach links in Richtung Bahnhof- 
Kiosk ab. Sie wurde von dem Mo- 
pedfahrer angefahren, beide kamen 
zu Sturz und wurden schwer ver- 
letzt. 
zum zweiten emotionelle Tendenzen 
— die vielleicht verständlich er- 
scheinen könnten — hier keinen 
Platz haben. Wir sind keine Zei- 
tungsplattform, wir sind Kollegen, 
die berechtigte Ansprüche durchset- 
zen wollen. 
Walt er Scheiner 
Landesobmann der Vorarlberger 
Journalistengewerkschaft 
Anmerkung der Redaktion: Wir 
geben diesen Zeilen unseres Jour- 
nalistenobmanns gerne Raum und 
kennen auch die Schwierigkeiten, die 
er bekommen hat, obwohl er nichts 
dafür kann, wenn die „VN" darüber 
berichtet haben, daß die drei anwe- 
senden Redakteure der „Neuen" sich 
als Anhänger des Journalistenpräsi- 
denten Dr. Nenning bemerkbar 
machten. Warum soll das Geheimnis 
bleiben? Die „VN"-Redakteure ha- 
ben sich doch auch offen — sogar in 
einem Telegramm — gegen Nenning 
gestellt, weil er ihnen nicht mehr 
tragbar erscheint. Journalisten, die 
täglich über Ansichten anderer Leute 
berichten, sollen 
doch selbst 
sich 
nicht drücken, offen ihren Standort 
aufzuzeigen. Wir von den „VN" wol- 
len es zumindest so halten. 
Urlaub mit Privatkrankenschein Privatkrankenschein
	        
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