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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

„Orientalische Rei se" 
in Bildern und Grafik 
Inspirationen einer Reise zu den Wurzeln alter Kulturen in das 
Land der Pharaonen und das Reich der Perser, die Ausstrahlungs- 
kraft erlebter Geschichte in einer schöpferischen Kunst hat die 
begabte Hand Rudolf Zündels in rund 40 B ildern und Grafiken 
eingefangen, die zu einer Ausstellüng von fremdartigem Reiz zu- 
sammengefaßt wu rden und heute abend in der Lustenauer Neu- 
f eld-Galerie erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden, bevor 
sie über Wien nach Teheran übersiedeln. Die Ausstellung „Orien- 
talische Reise" Rudolf Zündels wird heute abend eröffnet und kann 
bis zum 7. Juni besichtigt werden. Sie steht unter der Patronanz 
des persischen Botschafters in Österreich, Dr. Mostafa Namdar, 
einem großen Freund unseres Landes und Förderer der mensch- 
lichen und kulturellen Kontakte zwischen Österreich und dem Iran 
Zündels „Orientalische Reise" wird in Zusammenarbeit zwischen 
der Lustenauer Galerie und dem Österreichischen Kulturinstitut 
in Teheran im Herbst dieses Jahres nach dem Iran gebracht. 
Schon lange ist die Renovierung der berühmten Pferde von St. Markus, die über dem Eingang der vene- 
zianischen Kirche an einem der schönsten Plätze der Welt stehen, in Diskussion. Schon einmal hatte man 
zu einer Untersuchung der durch Umweltverschmutzung bedrohten Statuen angesetzt, aber die Restaurie- 
rungspläne verliefen wieder im Sande. Nun ist es so weit: Das erste der byzantinischen Pferde ward ab- 
transportiert und zur Untersuchung ins St.-Markus-Museum gebracht. Man wird versuchen, die 2000 Jahre 
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alten Statuen mit einem Schutzwachs zu überziehen, um sie vor weiteren Beschädigungen zu 
bewahren., 
Diese Woche lief der in den 30er 
Jahren entstandene Chaplin-Film 
„Der große Diktator" in einem Lis- 
saboner Kino an. Diese Verhöhnung 
des Faschismus und seiner Repräsen- 
tanten war für Portugal unter dem 
Salazar-Regime stets verboten. Von 
diesem und wenigen anderen Bei- 
spielen abgesehen, haben die portu- 
giesischen Filmtheater noch wenig 
Gelegenheit, dem Wandel im geisti- 
gen Klima Rechnung zu tragen. Das 
gilt auch für das Fernsehen außer- 
halb der aktuellen Nachrichtensen- 
dungen. Der staatliche Rundfunk hat 
seinen Hörern versichert, daß das 
Angebot an leich ter Musik sich än- 
dern werde. Die Hörer wurden aber 
um Geduld gebeten, denn zunächst 
müsse der Bestand an Schallplatten- 
Eine erfreuliche Bilanz kann die 
	Vorarlberger 
Arbeitsgemeinschaft 
Amateurtheater dieses Jahr in be- 
zug auf Laienspielaufführungen im 
Lande ziehen. Dank ihrer Bemühun- 
gen um das La iens p ielwesen erg rif- 
fen zahlreiche Sp iellei ter wiederum 
die Initiative, j ungen Menschen Ge- 
legenheit zu einer Talentprobe auf 
der Bühne zu geben und ihnen durch 
ausgewählte Aufführungsstücke den 
Erfolg zu sichern. Aus die sem Grunde 
entschloß sich der Obmann Fidel 
Sehurig, nach dem letztjährigen aus- 
gezeichneten Besuch des Maskenbild- 
ner- und Schminkkurses, im Ap ril- 
monat für Fortgeschrittene einen 
Lehrgang abzuhalten, der in der ver- 
gangenen Woche in der Friseurschule 
Feldkirch stattgefunden hat. 
Das Interesse daran war jedoch 
so groß, daß auch Anfänger gemeldet 
wurden, so daß der Kurs eine Zwei- 
teilung erfuhr und die ehemalige 
Maskenbildnerin bei Funk und Fern- 
sehen, Frau Hildegard Sinz aus Feld- 
kirch, sich bereit erklärte, ebenfalls 
ihre Kräfte der Arbeitsgemeinschaft 
zur Verfügung zu stellen. Wie gerne 
die Schüler sich dieser Aufgabe wid- 
meten, konnte man aus ihren eifri- 
gen, wißbegierigen Arbeiten ersehen, 
wo sie sich gegenseitig unter kundi- 
ger Anleitung dies er beiden Leh rer 
bis zu einer fertigen Maske und 
Schminktechnik das nötige Rüstzeug 
für ihren Theaterverein aneigneten, 
aufnahmen 
Das äußerst spars am angewendete   
erneuert werden , damit 
aktuelle Strömungen der portugie- 
sischen und ausländischen Unterhal- 
tungsmusik berücksichtigt werden 
könnten. 
Das Portugiesische Nationalthea- 
ter kündigt erst für die nächste 
Spielzeit Bühnenstücke von Bertolt 
Brecht und Jean-Paul S artre an, die 
bisher in Portugal nie gespielt wer- 
den konnten.. Auch die Buchhand- 
lungen warten zunächst ab. Auslän- 
dische Bücher, die unter dem alten 
Regime nicht angeboten werden 
konnten, dürften bald erhältlich sein. 
Die zahlreichen jungen portugiesi- 
schen Autoren, die nie an die Öffent- 
lichkeit treten konnten, müssen sich 
gedulden, bis die Verleger sie in ihre 
Programme aufnehmen. 
Material wurde durch Landesförde- 
rungsmittel von der Arbeitsgemein- 
schaft zur Verfügung gestellt. Es 
herrschte eine ausgezeichnete Atmo- 
sphäre unter den 34 Kursteilnehmern 
und -teilnehmerinnen, die das Ziel 
der Amateurtheatervereinigung „Er- 
wachsenenbildung durch Freizeitge- 
staltung" verstanden haben und be- 
geistert mit wertvollen Erfahrungen 
diesen Lehrgang beschließen konn- 
ten, der sie über den Umgang mit 
Perücken, Tigeln und Fläschchen aus 
der Schminkkiste informierte. Da nur 
noch wenige Tage bis zur großen Be- 
gegnung der Laienspielfamilie bei 
ihrer Tagung Mitte Mai in Feldkirch 
gezählt werden, war es umso wichti- 
ger, noch vorher diesen Kurs zu ab- 
solvieren, da auch in dieser Sparte 
bei den dortigen Aufführungen kri- 
	M. 
tisch geurteilt wird. 
0. 
Boy Gobert soll in 
Leningrad inszenieren 
Der Intendant des Hamburger 
Thalia-Theaters, Boy Gobert, wird 
voraussichtlich 1976 im Leningrader 
Gorki-Theater einen deutschen Klas- 
siker inszenieren. Bereits Anfang 
nächsten Jahr es wird der Direktor 
des Gorki-Theaters, Georgi Alexan- 
drowitsch Towstonogow, im Thalia- 
Theater seine Dramatisierung von 
Dostojewskis „Idiot" inszenieren. Die 
Hauptrollen spielen Helmut Lohner, 
Peter Striebeck und Kitty Speiser. 
Urmensch in der DDR 
entdeckt 
Teile eines menschlichen Schädels, 
dessen Alter nach Schätzungen etwa 
35. 000 Jahre beträgt, sind bei For- 
schungsgrabungen des Landesmu- 
seums für Vorgeschichte, Halle, ent- 
deckt worden. Zugleich fanden sich 
nach Angaben der DDR-Nachrich- 
tenagentur ADN vom Sam stag Stein- 
werkzeuge und Keulen aus Knochen 
und aus Geweihstangen. Große Men- 
gen zerschlagener Knochen bewei- 
sen, daß dieser Vertreter einer pri- 
mitiven Frühform des Menschen 
Waldelefanten, Nashörner, Wisente, 
Hirsche, Bären und Höhlenlöwen ge- „Frauenliebe", Otto Peter 
jagt hat. Der bedeutende Fund wird 
im Rahmen eines Forschungsauftra- 
ges untersucht. 
Mit einer Neuinszenierung von 
„Tristan und Isolde" durch August 
Everding werden die Richard-Wag- 
ner-Festspiele 1974 in Bayreuth am 
25. Juli eröffnet. Helge Brilioth und 
Catarina Ligendza verkörpern die 
Titelrollen. ' Außerdem singen Kurt 
Moll, Donald McIntyre, Heribert 
Steinbach und Y vonne M inton. Diri- 
gent ist Ca rlos Kleiber. 
Götz Friedrichs Inszenierung des 
„Tannhäuser" wird von Heinrich 
Hollreiser dirigiert. Es singen Her- 
min Esser, Hans Sotin, Bernd Wikl, 
Gerd Brenneis, Franz Mazura und 
Gwyneth Jones. Ebenfalls als Wie- pier, Eszter Kovacs und Brenda 
Freitag, 10. Mal 1974 
deraufführung stehen die „Meister- berts. 
FORS 
GV Bregenz-Vorkloster 
singt für die Mütter 
Morgen, Samstag, 11. Mai, fin- 
det im Gewerkschaftshaus in der 
Reutegasse in Bregenz das tra- 
ditionelle Muttertagskonzert des 
Gesangvereins Vorkloster unter 
der Leitung von Josef Loidl und 
unter Mitwirkung der Solisten 
Margrith Oberhammer (Sopran) 
und Rudolf Gabriel (Baß) sowie 
des Männer chor es Loch au un- 
ter Georg Schäfer statt. Auf dem 
Programm stehen sakrale Chöre, 
Kunst- und Volkslieder sowie 
Ausschnitte aus Operette und 
Musical. Im Ra hmen der Mütt er- 
ehrung wird wie in den vergan- 
genen Ja hren die anwesende äl- 
teste und jüngste Mutter mit ei- 
nem Geschenk bedacht. 
„Stimmen der Völker" 
zum Muttertag 
Die Lustenauer Trachten- 
gruppe veranstaltet am kom- 
menden Samstag, 11. Mai, 20 Uhr, 
im großen Kronensaal in Lusten- 
au ein Muttertagskonzert, des- 
sen volkstümliches Programm 
vom gemischten Chor, der In- 
strumentalgruppe und der Tanz- 
gruppe des Vereines sowie dem 
Volksmusiktrio Toni Hämmerle 
gestaltet wird. Es gelangen Lie- 
der, Volksmusik und Tänze aus 
12 europäischen Staaten sowie u. 
a. auch ein. Potpourri für Soli, 
gern. Chor und kleines Orchester 
aus dem Musical „My Fair Lady" 
zur Aufführung. Der gemischte 
Chor und das Instrumentalensem- 
ble stehen unter der Leitung von 
Erich Hollenstein. Für die Volk s- 
musikdarbietungen zeichnet Toni 
Hämmerle, für die Volkstänze 
Ferdl Ortner verantwortlich. 
Das Programm wird auch durch 
solistische Darbietungen be- 
reich ert. (Kartenvorverkauf bei 
Papierwaren Bösch, Lustenau, 
Tel. 0 55 77 /21 71.) 
Kirchenkonzert der 
Musikschule Dornbirn 
Die städtische Musikschule 
Dornbirn gibt morgen, Samstag, 
20.15 Uhr in der Stadtpfarrkirche 
St. Martin, Dornbirn, ein Orgel- 
konzer t mit sakralen Werken al- 
ter und neuer Meister, das von 
Schülern der Orgelklasse Maria 
Nägele, der Sologesangsklasse 
Magda Gaspar und der Viol in- 
kl asse Josef Vitek ausgeführt 
wird. 
Konzert in Gisingen 
Am Vorabend des Mutter- 
tages, Samstag, 11. Mai, ve ran- 
staltet der Musikverein Gisingen 
um 20 Uhr im Büchelsaal ein 
Muttertagskonzert. Den ersten 
Teil bestreiten unter Leitung von 
Musiklehrer Rudolf Hoch die 
jungen Mädchen und Buben, die 
erstmals öffentlich auftreten und 
die schon routinierte Jugendka- 
pelle. Den zweiten Teil des Kon- 
zertes gestalten die Mitglieder des 
Musikvereines unter ihrem Ka- 
p ellmeis ter Reinhard Künz. Im 
Anschluß an das Konzert spie- 
len „Die lustigen Rheintaler" 
zum Tanz. 
Lieder von Schumann 
in St. Gerold 
Am Sonntag, 12. Mai, 17 Uhr, 
findet in der Propstei St. Gerold 
in der Reihe der diesjährigen 
Kammerkonzerte ein Lieder- 
abend mit Werken von Robert 
Schumann sta tt. Denise Jeanne 
Scherrer (Sopran) singt die 
(Bari- 
ton) die „Dichterliebe". Am Flü- 
gel begleitet Hans Willi Hauess- 
lein. 
singer von Nürnberg" in der Insze- 
nierung von Wolfgang Wagner und 
unter der musikalischen Leitung von 
Festspielpro- 
Silvio Varviso auf dem 
gramm. In den „Meistersingern" tre- 
ten unter anderem Theo Adam, Karl 
Ridderbusch, Jean Cox, Ren6 Kollo 
und Hannelore Bode auf. 
„Der Ring des Nibelungen", in der 
Inszenierung Wolfgang Wagners, in 
Gesamtlei- 
dessen Händen auch die 
tung der Festspiele liegt, wird von 
Horst Stein dirigiert. In diesem ZY 
klus singen neben anderen Theo 
Adam, Gust av Neidfinger, Anna 
Na- 
Reynolds, Heinz Zednik, Marita 
Ro- 
TV und Buchhandel schalten auf neues Programm 
Befreite Kultur im Land 
der Portugiesen 
Die mit dem Staatsstreich der Armee vom 25. April in Portugal 
Wirklichkeit gewordene Rede- und Gedankenfreiheit braucht ihre Zeit, 
im Kulturleben und im Angebot der Medien ihren Niederschlag zu finden. 
Die Wandlung vollzieht sich im typisch portugiesischen Tempo — „auf 
keinen Fall zu schnell". 
Maskenbildner an der Arbeit 
für kommende Spielsaison 
Festspiele Bayreuth mit 
prominenten Dirigenten Dirigenten
	        
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