Skip to main content

Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

BUG 
Der Vietkong hat am Freitag 
seine Absieht erklärt, die Sitzung 
der, Zweier-Militärkommission so 
lange zu boykottieren, bis die Sai- 
goner Regierung die der Vietkong- 
Delegation entzogenen diplomati- 
schen Freiheiten und Privilegien trauen aus 
er Katschbergtunneg ist 
wiederherstellt. für seine Steuerpläne zu finden. 
r 
Frühwinter befahrbar 
te 1 
,Die Würde des enschen° 
der Fristenlösung in BRD 
Gedanken zur Einführung 
Kopenhagen (AP) Das dänische Parlament (Folketing) hat am frü- 
hen Freitagmorgen, nach 20stündiger Marathonsitzung der liberalen Min- 
derheitsregierung unter Poni Hartling überraschend das Vertrauen aus- 
gesprochen und die dritte und letzte Les ung der umstrittenen Steuervor- 
verschoben. 
lage auf kommenden Dienstag 
leh nung der Steuervorlage im Amt 
Mit 
90 gegen 64 Stimmen 
bei 18 
Stimmenthaltungen, sprach das Fol- zu bleiben. 
	Einige 
keting dem Regierungschef, der sich 
Stunden zuvor hatte Hart- 
nur auf 22 der 179 Abgeordneten des ling erklärt, er werde zurücktreten 
Parlaments. stützen kann, das Ver- und Neuwahlen für den 11. Juni 
ausschreiben, wenn die Vorschläge 
und forderte ihn auf, im- 
fende, drastische Erhöhungen der in-. 
geachtet einer wahrscheinlichen Ab- seiner Regierung für importdämp- 
direkten Steuern abgelehnt werden 
sollten. Da an dieser Ablehnung 
kaum Zweifel bestanden, meldeten: 
einige dänische Morgenzeitungen 
schon den später doch noch abge- 
wendeten Sturz der Regierung. 
Bis Dienstag will Hartling nun in 
Verhandlungen mit den Oppositons- 
parteien — hauptsächlich Sozialde- 
mokraten und Fortschrittspartei — 
versuchen, doch noch eine Mehrheit 
gelte 
Samstag, 11. Mal 1974 
Wien (VN-bac) „Ziel des Bundes- 
  
    
englischen Zeitung präsidenten muß es sein, eine hand- 
lungsfähige Regierung zu bestellen. 
Ich werde daher nach den nächsten 
Nationalratswahlen den Vorsitzen- 
den der stärksten Partei mit der Re- 
gierungsbildung beauftragen", er- 
klärte der ÖVP-Präsidentschaftskan- 
didat, Dr. Lugger, ges tern für den 
Fall seiner Wahl bei seiner ersten 
Pressekonferenz in Wien. Dies gelte 
auch für jene Partei, die nur die re- 
lative Mehrheit im Parlament er- 
hält. Lugger wollte indes keine nä- 
heren Angaben machen, ob er im 
Falle der relativen Mehrheit einer 
Partei der Bildung einer großen oder 
einer klei nen Koalition den Vorzug 
geben würde. 
Auf die Einsetzung des ersten 
SPÖ-1V1inderheitskabinetts 	durch 
Bundespräsident Jonas angesprochen, 
erklärte er, Jonas habe verfassungs- 
rechtlich „sicher richtig" gehandelt. 
Inwieweit Jonas indes alle Möglich- 
keiten zwischen den drei Parlaments- 
parteien ausschöpfen ließ, ver möge 
er nicht zu sagen. 
Grundsätzlich hält Lugger alle im 
Parlament vertretenen Parteien für 
„regierungswürdig". Da er aber „ex- 
treme politische Gruppen' als gesell- 
schaftlich nicht relevant ansehe, wür- 
de er sich nicht in der Lage se hen, 
für den Fall des Einzugs der KPO 
in den Nationalrat ein KPÖ-Mit- 
glied „in die Regierung zu nehmen". 
Die Innsbrucker Stadtverfassung 
die vorsieht, daß der Chef der stärk- 
sten Fraktion Bürgermeister wird, 
sei im Tiroler Landtag mit den 
Stimmen aller Parteien, auch jenen 
der SPÖ, einhellig beschlossen wor- 
den. 
Einen Teil seiner Ausführungen 
widmete Lugger dem offenen An- 
griff auf den SPÖ-Kandidaten Dr. 
Kirchschläger, dem er an anderer 
Stelle „Korrektheit" attestierte: 
Österreichs Auße npolit ik dürfe keine 
unnötigen Risken eingehen. über die 
Außenpolitik sollte innerhalb des 
Landes ein möglichst breiter Kon- 
sens hergestellt werden und Öster- 
reich dürfe nach außen keine Hand- 
lungen setzen, die im Ausland leicht 
mißverstanden würden, wie etwa die 
Entsendung eines österreichischen 
Beobachters zur Konferenz der 
Blockfreien in Algier. 
Salzburg (APA) Für den Bau der 
Scheitelstrecke der Tauernautobahn 
von Eben im Pongau bis Rennweg 
sind Baukosten von insgesamt ca. 
8,5 Milliarden Schilling veranschlagt, 
wovon allein auf die beiden Groß- 
tunnel rund 2,5 Milliarden Schilling 
entfallen. 
Im Tauerntunnel werden zur Zeit 
die Zwischendecke und die Trenn- 
wand errichtet, im s ogenannt en 
„Fahrraum' der Sicherungsweg ge- 
baut und an dem 600 Meter hohen 
vertikalen Lüftungsschacht des Tau- 
erntunnels — dem größten Schacht 
Europas — gearbeitet. 
Beim Katschberg-Tunnel ist mit 
sowjetischen der Aufbringung der Fahrbahn be- 
reits begonnen worden. Dieser Tun- 
nel, von Rennweg bis St. Michael im 
Früh- 
Lungau, wird bereits heuer 
im 
winter befahrbar sein. 
Nach der für 1982 programmier- 
sri 
ten 
Fertigstellung der Tauernauto- 
st 
1 
Lugger forderte zwar eine gute 
Außen- und starke Verteidigungs- 
politik, verstand sich indes nicht da- 
zu, den von ihm kritisierten Begriff 
"Neutralismus" zu interpretieren. Als 
Bundespräsident wolle er die Be- 
ziehungen zum Ausland pflegen und 
or dnen helfen, dazu wolle er „wie 
Bundespräsident Jonas" einwirken, 
daß die Schlagkraft des Bundeshee- 
res verstärkt wird. 
Lug ger meinte, er würde ein 
Fairneß-Abkommen zwischen den 
Parteien für den Präsidenten-Wahl- 
kampf begrüßen, betonte zugleich, er 
wolle „keine politischen Themen in 
die Wahlwerbung hineinnehmen" und 
stellte fest, er würde, da „Präsident- 
schaftskandidaten mit der gleichen 
Würde wie der Präsident auftreten 
sollen", kein Volksbegehren, auch 
keines zur Abschaffung der Fristen- 
lösung, unterzeichnen und lehnte 
schließlich eine Direktkonfrontation 
im Fernsehen mit Konkurrent Kirch- 
schläger ab. 
Die Parteizentralen haben mitt- 
lerweile die ersten Terminpläne für 
die Wahlrundreisen ihrer Kandida- 
ten fertiggestellt. Lugger und Kirch- 
schläger starten am selben Tag ihre 
Osterreich-Tournee — am Donners- 
Die Deb atte um die Reform des 
§ 218 des Strafgesetzbuches im Bun- 
destag kehrt nach dem Bundesrats- 
beschluß also wieder. Es sind in der 
letzten Debatte hiezu bedeutsame 
Erkenntnisse ausgesprochen worden. 
Als einmalige Glanzleistung darf 
man die Rede des CDU-Abgeordne- 
ten Mickat bezeichnen, welche in 
einen. letzten-glühenden -Appell für 
den Schutz des menschlichen Lebens 
mündete. Demgegenüber hat die Re- 
de des' gewesenen - 13unde skanz ler s 
Brandt schon allzudeutlich den Cha- 
rakter einer Verteidigungsrede ge- 
tragen, um mit seinen kaum ernstzu- 
nehmenden Argumenten seinen Stel- 
lungswechsel zu rechtfertigen, den er 
von der Indikationslösung zur be- 
dingungslosen Fristenlösung vorge- 
bahn als moderne, wintersichere Al- 
penautobahn, wird sie den Touristen 
und dem Wirtschaftsverkehr als eine 
neue attraktive N ord-S üd-V erbin- 
dung durch Österreich nach Jugo- 
slaw ien und Italien zur Verfügung 
stehen. 
Auf der Freilandstraße der TAB 
im Ennstal sind acht Brücken sowie 
weitere Talübergänge mit Spann- 
weiten von 40 bis 50 Meter im Bau. 
Das größte Kunstbauwerk im Enns- 
tal ist die Gasthofalmbrücke mit 450 
Meter Spannweite, eine Talüber- 
querung knapp vor dem Tauerntun- 
nel, deren 120 Tonnen schweres Trag- 
werk als einziges aller Brücken aus 
VOEST-Stahl besteht, 20 Meter hoch 
über dem Talboden liegt und durch 
ihre gewundene Baulinie besticht. 
Auf der Freilandstrecke im Zeder- 
haus- und Murtal, zwischen Tauern- 
und Katschberg-Tunnel wird an 14 
Kunstbauten mit Längen von 37 bis 
 tag 
128 Meter gearbeitet. 
kommender Woche. Die ersten 
Etappen Luggers sind Oberösterreich 
und Salzburg, 'Jene Dr. Kirchschlä- 
gers Steiermark, Kärnten, Tirol und 
Niederösterreich. 
Einen Verhaltens-Katalog für 
ihre Funktionäre hat inzwischen die 
FPÖ herausgegeben und diesen vor 
allem an örtliche Mitarbeiter ver- 
sendet. Die freiheitlichen Funktio- 
näre werden ermahnt: „Es muß auch 
diesmal daher streng darauf geachtet 
werden, daß nicht der Eindruck ent- 
steh t, Freiheitliche ließen sich von 
der (WP oder von der SPÖ als Wahl- 
werber oder Lockvögel für ihren 
Präsidentschaftskandidaten mißbrau- 
chen." 
Öffentliche Erklärungen, die als 
Wahlempfehlung ausgelegt werden 
können, seien daher zu vermeiden. 
Weiter heißt es wörtlich: „Vorsicht 
vor dem Buhlen um Unterschriften 
für Aufrufe, Appelle und Komitees 
im Rah men der Bundespräsidenten- 
wahL" Abschließend wird festge- 
stellt: „ÖVP und SPÖ lauern nur 
darauf, freiheitlichen Mandatsträgern 
Fallen zu stellen, um sie auch ohne 
ihr Zutun und ohne ihr Einver- 
ständnis in das jubelnde Volk ein- 
Islands Premierminister Olafur 
Johannesson ist — wie die „VN" 
gestern berichteten — zurückgetre- 
ten und hat für den nächsten Monat 
Neuwahlen ausgeschrieben. 
(Funkbild: VN/UPI) 
wjetunion oder den* USA rangieren 
wird. 
Im Grundgesetz aber wird es 
ganz deutlich, daß Art. 1 mit dem 
Begriff „Würde des Menschen" mehr 
allgemein, programmatische Bedeu- 
tung und Inhalt zukommt und daß 
erst die folgenden Artikel eigentlich 
sagen, was unter der Würde des 
Menschen zu verstehen ist. In der 
Konvention zum Schutze der Men- 
schenrechte ist es nicht viel anders. 
Wenn man also schon von einer 
Rangordnung spricht, dann steht un- 
ter dem Begriff der Würde des Men- 
schen wieder an erster Ste lle sein 
Recht auf das Leb en. Dieses Recht 
auf das Leben aber kann man nur 
— wie in der medizinischen Indika- 
tion — dem Recht des Lebens der 
Mutter gegenüber stellen, niemals 
aber dem Recht auf den eigenen 
Ba uch, auch wenn es auf Kosten des 
Lebens eines, vielleicht bereits mit 
allen Voraussetzungen, Anlagen und 
Begabungen eines späteren wert- 
vollen, vielleicht 
sogar wertvolleren 
Lebens eines ungeborenen Kindes 
geht. 
Auch in Art. 2 des Grundgesetzes 
steht zuerst das Recht „auf die freie 
Entfaltung der Persönlichkeit", so- 
weit es nicht die Rechte anderer ver- 
letzt.:Auch- 
hier hat.-also . der Wer- 
einfach übersehen, daß über dem 
Recht der freien Entfaltung der Per- 
sönli chke it die Unverletzlichkeit des 
Rechtes anderer steht. 
Erst in der Folge kommen eine 
Reihe von anderen Grundrechten, 
deren reale Voraussetzung aber im- 
mer wieder das Recht des Menschen 
auf das Leben ist. Ausdrücklich ver- 
bietet das Grundgesetz aber, das 
Grundrecht 
in seinem Wesensgehalt 
anzutasten. 
Darüber hinaus muß aber auch 
noch erwähnt werden, daß auch die 
Bundesrepublik der Konvention zum 
Schutze der Menschenrechte beige- 
treten ist und bei einer Verletzung 
dieser Menschenrechte sich eines 
Vertragsbruches schuldig machen 
würde. 
Man darf daher wohl ges pannt 
sein, ob nach den hektischen Ereig- 
nissen der letzten Tage nicht doch 
eine le tzte Besinnung auf die Grund- 
lagen jeder staatlichen Rechtsord- 
nung, das Recht auf das Leben jedes 
einzelnen, ohne Rücksicht auf dessen 
Beginn und Ende, ohne Rücksicht 
auch auf seine so ziale Wertigkeit, 
ohne Rücksicht auch auf seine Ab- 
daß Art. 1 stammung und seinen Wert oder Un- 
wert für die nächsten Angehör ige n 
oder auch die Gemeinschaft sich 
durchsetzen wird zum Wohl des gan- 
zen deutschen Volkes. 
Dr. Raimund Mayer 
Ein totes Kind 
vielleicht ger ade 2-3 Jahre alt -- 
ein Schicksalsschlag von besonde- 
das. 
rer 
Hä rte. Ein Kind vielleicht, 
gar nicht geboren worden wäre, 
hätte man damals die Möglichkeit 
gehabt, etwas dagegen zu tun. --- 
Jetzt ist der Tod unermeßlich 
schmerzvoll, jetzt, da man das Ge- 
sc höpf ken nen und lieben gelernt 
hatte. Damals wäre es ein kleines 
Verzichten gewesen, aus Bequem- 
lichkeit, aus Platz- oder Zeitman- 
gel oder aber aus Not. — Solche 
gottseidank, 
Fälle gibt es, viele 
  
wo das Kind lebt, glücklich und, 
uns des- 
umsorgt. — Helfen Sie 
geraten 
halb, Mütter, die in Not 
sind und Hilfe brauchen, ausfindig 
zu machen, damit wir mit Rat und 
Tat beistehen könne n. Helfen Sie 
uns, ein gefährdetes, wehrloses 
brin-0 
Geschöpf 
an Gottes Sonne zu 
gen, durch Ihre Mitarbeit und Ihre 
finanzielle Unterstützung! 
Beratungs- und Hilfsstellen der 
Caritas zum Schutz der Ungebo- 
renen, 6800 Feldkirch, Vorstadt 36, 
Konto-Nr. 86-28 .000 Creditanstalt 
(Fortsetzung von Seite 1) 
Feldkirch. 
spruch des Kremls. zu unterstrei- 
chen, volle Konformität im kom- 
munistischen Lager durchzusetzen 
und Moskau die Möglichkeit zu 
geben , unbotm äßi ge Parteien aus 
der marxistisch-leninistischen Ge- 
meinschaft aus zuschli eße n. 
der Rumä- 
Die Ta tsache, daß 
ne, der sich wirklich in der kom- 
munistischen Welt auskennt, das 
Bedürfnis empf unden hat, in einer 
unzweideutige 
Worte zu sprechen, ist bezeich- 
nend. Man kann daraus schließen, 
weiter ge- 
daß die Dinge schon 
diehen sind, als im allgemeinen 
im Westen angenommen wird. 
Auch ergibt sich aus Ceausescus 
Äußerung, daß der Zweck des 
Gipfeltreffens vor allem die Ex- 
kommunikation der Chinesen sein 
soll. 
Wenn es sich um eine reine 
ideologische Auseinandersetzung 
drehen würde, wäre die Eile der 
Sowjetunion sch wer verständlich. 
Es muß sich also um etwas han- 
deln, das mit aktueller Weltpolitik 
zu tun hat. 
Natürlich drängt sich förmlich 
die jugoslawische Lage auf. Es 
könnte durchaus im Interesse der 
UdSSR sein, China aus der Ge- 
meinschaft auszuschließen, noch 
bevor ein Angriff auf Belgrad er- 
folgt. In diesem Falle wären näm- 
lich die Proteste aus Peking im 
kommunistischen Raum weniger 
wirksam als wenn China noch zubeziehen." 
als marxistisdi-leninistischer Staat 
anerkannt wäre, dazu kommt, 
daß voraussichtlich gleichzeitig 
mit. Mao auch Albanien aus der 
kommunistischen Gemeinschaft 
verwiesen würd e. Das würde eine 
russische militärische .Operation 
gegen Tirana politisch erleichtern, 
da 
es sich dann nicht um einen 
Angriff auf einen sozialistischen 
Staat handel n wür de, sondern auf 
einen bösen Dissidenten,den man 
ruhig als Faschisten bezeichnen 
und anschließend ermorden 
könnte. 
Allerdings ist all das nur eine 
Annahme. - Es - kann --sich---nämlich - 
auch darum handeln, daß viel- seine ••Stellungnahme-nicht- viel-mehr 
leicht jene nicht unrecht habe n, 
die in letzter Zeit immer häufige/ 
sprecPen,--däß' 
davon 'die Rüssen 
einen Präventivschlag im Fernen 
Osten vorbereiten. Auch in die- 
sem Fall wäre für Mo skau wichtig, 
einen Angriff nicht als einen über- 
fall auf eine kommunistische Re- 
gierung erscheinen zu lassen, son- 
dern als eine Strafexpedition ge- 
gen einen Komplizen der Imperia- 
listen.. Um das einzuleiten, ist die 
Exkommunikation Chinas gebo- 
ten. Insbesondere im Verhältnis 
zu den Entwicklungsländern wäre 
ein solcher Schritt von Bedeutung. 
In den Kommunistischen Parteien 
der Dritten 'Welt wäre nämlich 
eine scharfe Reaktion zu erwar- 
ten, wenn Rußland einen marxisti- 
schen Staat mit Krieg überzieht. 
Ist aber China vorher diskredi- 
tiert, würde sich die ganze Opera- 
tion psychologisch wesentlich an- 
ders darstellen. 
Wie dem auch immer sei, ist 
es für uns geboten, die geplante 
kommunistische Weltkonferenz 
und die eigenartige Eile des Kremls 
aufmerksam zu verfolgen.. Es wäre 
Fehler, woll- 
nämlich ein 
schwerer 
ten wir diese Entwicklung bloß 
als eine i nnere Angelegenheit des 
betrachten. 
Raumes 
Es kann nämlich geschehen, daß 
hier Ereignisse ihren Lauf nehmen, 
die die ganze Welt in Mitleiden- 
ÖVP-Präsidentschaftskandidat lehnt Konfrontation mit Kirchschläger ab   
schaft 
ziehen. 
Muß schon der Gedanke, daß die 
ie totgesa 
Würde des Menschen zwischen Mut- 
ter und Kind ,teilbar ist oder zeitlich, 
wie in der Fristenlösung befristet 
werden kann, als völlig abwegig be- 
zeichnet werden, so scheint dieser 
Verfechter der „Würde des Men- 
schen" ganz übersehen zu haben, 
des Grundgesetzes gegen- 
über den folgenden Artikeln des 
gleichen Grundgesetzes keinerlei 
Vorrangstellung .hat oder beanspru- 
chen kann. 
Auch im politischen Bereich ist 
  
es oft notwendig, bei der Aufzählung. 
einer Mehrheit gleichrangiger Per- 
sonen eine Reihenfolge zu wählen. 
Wie oft muß nur im Protokoll, um 
den Eindruck einer Rangordnung zu 
vermeiden,' die alphabetische Reihen- 
folge herhalten, so daß Albanien vor 
Frankreich, Großbritannien, der So- 
Vor übertriebenem Leistungs- 
druck, der letztlich unpädagogisch 
sei, warnte gestern der Christliche 
Lehrerverein für Oberösterreich in 
einer Resolution, die im Rahmen der 
Generalversammlung dieses Vereins 
im Linzer Brucknerhaus gefaßt 
	 
wurde. 
Zeitungen meldeten vorzeitigen Sturz der dänischen Regierung — Vertagung der 
nommen hat. Denn in so entschei- 
Abstimmung über neues Steuergesetz — Vertrauen für Minderheitsregierung 
te e ierung le 
denden Fragen, wie es der Schutz des 
menschlichen Lebens in der staatli- 
chen Ordnung nun einmal ist, kann 
man nach jahrelangen Debatten sei- 
ne Meinung nicht einfach einem 
Mehrheitsbeschluß der Parteileitung 
— hier also der ,;Baracke", wie das 
Parteizentrum der SPD so schön ge- 
nannt wird — opfern. So blieb auch 
- 
-Würde 
fechter '-der 
-des- Menschen 
als ein Versuch, diesen Stellungs- 
wechsel- dein deutschen Wähler ver- 
ständlich zu machen. Dafür aber 
wird man nach den hektischen Er- 
eignissen der letzten Wochen — die 
durchaus nicht wie ein Blitz aus 
heiterem Himmel über die Bundes- 
republik und ihre wahlberechtigten 
Bürger hereingebrochen sind, viel- 
leicht noch menschliches, kaum aber 
politisches Verständnis aufbringen. 
Kein Verständnis aber wird man 
dafür aufbringen können, daß ein 
Abgeordneter des Bundestages die 
Grundgesetze der Bundesrepublik 
nicht besser kennt und auszuwerten 
vermag,. wie jener Redner, der dem 
Hinweis auf Art. 2 des Grundge- 
set zes, das das Leben des Menschen 
schützt, Art. 1 desselben Grundge- 
s etzes als Gegenargument gegenüber- 
stelle n zu können glaubt. glaubt.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.