Aus meinem Leben des Franz Michael Felder I Erste Kindheit Am 13tem Maj des Jahres 1839 zwischen 6 und 7 Uhr morgens kam ich in Schoppernau, dem hintersten Dorfe des Innerbregenzerwaldes zur Welt, beim Geburtstage meines älteren Bruders findet sich von meinem Vater auch aufgeschrie- ben, in welchem Zeichen des Mondes, bei mir aber ist merkwürdigerweise nichts da- von erwähnt - vermuthlich weil zwei un- gleiche Kalender im Hause waren, die es darin, wie fast immer, nicht übereins zu bringen vermocht hatten. Schön aber und heiter muß der Tag jedenfalls gewesen sein den mein Vater hatte unseren Tagwerker gedungen, um endlich mit der ersten Feld arbeit, dem Ausführen des Düngers auf unsere Wiesen zu beginnen. Nun aber schrie ich so gotterbärmlich, zeigte mich überhaupt so unzufrieden mit dieser Welt, daß man besorgte, ich möchte gleich dem älteren Bru- der Josef in den Himmel nachfolgen und ein Engel werden. Das nun hätte dießmal sogar d meine Taufpatin, die Schw jüngere Schwester des Vaters nicht gern mehr gesehen da sie als geistliche Mutter schon am ver- storbenen Brüderchen einen Fürbitter im Himmel hatte. Noch besorgter aber um das schwächliche Kind war der Vater. Zum Ausführen des Düngers war er schon gar nicht mehr aufgelegt. Auch die Tagwer- ker schickte er nach dem Morgenessen mit dem vollen Taglohn heim und ließ die fleißigen kargen Nachbarn darüber sagen was sie wollten,